nun, habe mich als forum-neuling durch alle sieben seiten durch gelesen. ich würde gerne auf die ursprüngliche frage nach "Kote Gaeshi mit beeindruckendem Fall werfen" zurück kommen
man kann kote gaeshi als eine form von irimi nage auffassen, bei der der abstand zwischen uke und tori maximal ist. dann ist der eingang sehr ähnlich. die hintere hand, die beim irimi nage im nacken hängen bleibt, fängt beim kote gaeshi auch viel näher am körper (schulter oder oberarm) des uke an. wenn man direkt zum unterarm oder handgelenk des uke geht, ist die gefahr sehr gross, dass uke einem den ellenbogen in die rippen drücken kann. ich versuche immer, möglichst oberhalb des ellenbogens den ersten kontakt her zu stellen und dort auch solange zu lassen, bis die bewegung des uke dafür sorgt, dass meine hand weiter richtung handgelenk rutscht. dann hängt es sehr von der situation ab, ob meine hand eher am unterarm, handgelenk hängen bleibt oder noch ein kleines stück darüber hinaus geht. in jedem fall versuche ich, dass mindestens der kleine finger nicht über das handgelenk vom uke hinaus rutscht. die gefahr ist zu groß, dass uke seinen arm zurück zieht und ich die kontrolle über die bewegung verliere.
die hebelwirkung kommt ja wohl dadurch zu stande, dass hand-, ellenbogen- und schultergelenk durch verdrehen so blockiert werden, dass der hebel am unterarm, handgelenk oer handrücken auf den gesamten körper wirken kann. wenn die gelenke nicht blockiert werden, gibt es noch eine andere möglichkeit, aber das möchte ich hier aussen vor lassen.
in aller regel wird der wurf so ausgeübt, wie man es auf den vielen angeführten videos sehen kann. der arm des uke wird in einem mehr oder weniger großen bogen auf den uke zurück geführt. der hebel wird um so schmerzhafter je "horizontaler" die uke hand bewegt wird. dabei legen fast alle tori ihre hintere hand dann auf den handrücken und verstärken den hebel. das führt zu einem sehr ähnlichen bild beim uke, abgesehen von den verschiedenen auch disktuierten möglichkeiten des ukemi selber.
OK. und hier eine andere variante. es fängt genau so an bis zu dem punkt, wo die tori hand am unterarm, handgelenk des uke hängen bleibt. jetzt aber die bewegung nicht auf den uke zurück führen sondern in die verlängerung der uke bewegung gehen. d.h. der tori dreht auf der stelle macht mit dem äußeren bein einen großen schritt rückwärts und eine scharfe drehung auf der stelle. dabei hält er die eigene hand mit der hand des uke direkt an seinem eigenen bauchnabel. loslassen! der uke fliegt und kann alle formen des ukemi ausprobieren. man braucht viel platz dafür, der uke segelt mit unglaublicher geschwindigkeit weg. das kann schon sehr beeindruckend aussehen.
die zweite hand vom tori? sie geht nicht auf den handrücken. das würde die dynamik raus nehmen, sondern die geht als gegenbewegung nach hinten. der kote gaeshi wird hier also nur mit einer hand durch geführt. dann wird auch deutlich, dass es egal ist, ob man am unterarm, handgelenk oder handrücken ist. der daumen, der dann ja nur noch den hebel bewirken kann, wird in aller regel nie die kraft aufbringen, um wirklich alle drei gelenke bis in die schulter hinein zu verkeilen und dann auch noch den druck bis in den körper des uke hinein zu bringen.
der uke spürt dann auch gar keinen "hebel" mehr sondern nur noch den freiflug. die verkantung der gelenke muss j anur so lange und so stark aufrecht erhalten bleiben, dass die eigenwahrnehmung (propiozeptorik) des uke nicht auf die idee kommt, was anderes machen zu können.
teilnehmer, die besser mit YouTube umgehen können als ich, können diese art bei yamaguchi sensei sehen. ich habe sie von watanabe nobuyuki sensei. leider kenne ich kein frei zugängliches video von ihm, auf dem das zu sehen ist.
kleine bemerkung zum ukemi: ich wünschte, ich hätte "das welke blatt" fallen zuerst gelernt. ich denke auch, je leiser man fällt, desto (potenziell) schmerzfreier. auf matten aller art wird der unterschied vielleicht nicht so deutlich. aber auf betonboden oder sandstrand schon. ich meine, watanabe sensei habe gesagt, dass diese "mit starkem geräusch" verbundene falltechnik vom judo ins aikido gekommen sei. o-sensei habe aber viele vorführungen nicht auf tatami gegeben und da hätte man nie so fallen können. es wäre sonst zu schmerzhaft gewesen.
kleine bemerkung zum hochstecken vom hakama: mache ich auch, aber nur, wenn wenn ich unterricht gebe und besonders auf die füße hinweisen möchte. oder wenn ich treppen hochgehe. ist halt fast wie ein langer rock

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schönen wochenanfang
Blauer Ritter