Moin
Thomas H. hat geschrieben:
pilgrim hat geschrieben:
wir stoppen allerdings mehr ohne kiai, sondern mehr mit ki. das kann man nicht hören, aber spüren. der angreifer rennt nun mal nicht gerne auf jemanden zu, der plötzlich sowas von präsent ist.
Sag Ingolf,
Da du zwar Ingolf zitierst, aber mein nick auftaucht - was kein Problem ist - antworte ich mal ganz frech.
Zitat:
wo ist der Ansatz um das jemals zu können.
Üben.
Da hat Ingolf völlig recht. Egal ob Ki-Aikido, Aikido Aikikai, Takemusu Aiki oder welcher Stil auch immer:
Das ganze Geheimnis ist - üben. Immer weiter und weiter - nicht aufhören - üben.
Es ist ganz erstaunlich, wie sich nach meiner Erfahrung die Dinge einfach entwickeln, sich ergeben, sich finden, wenn man einfach immer weiter übt.
Man muß sich überhaupt gar keinen Kopf machen, man muß und kann nichts erzwingen, sondern sich einfach dem Fluß des Übens hingeben.
Das wundervolle am Aikido, wie ich es erlebt habe, besteht darin, daß ich inzwischen Dinge kann, von denen ich zuvor dachte, daß es nicht möglich sei, daß ich das jemals können kann.
Zitat:
Mein Aikido Niveau ist zugegebenermaßen nicht sehr hoch, jedoch mein Interesse mit jedem Tag dazuzulernen umso höher.
Darum geht es.
Zitat:
Von meinem Ki hab ich noch nicht viel gehört/ gespürt ...
Denkste:
Wenn du kein Ki hast, bist du tot.
Du aber lebst. Das ist Ki.
Wenn du lachst, erlebst du Ki.
Wenn du traurig bist, erlebst du Ki.
Wenn du eine Intention hast, erlebst du Ki.
Wenn du ein Gefühl hast, erlebst du Ki.
Wenn du einatmest, ißt oder trinkst, nimmst du Ki zu auf.
Ki ist zunächst etwas sehr Unspektakuläres. Wenn man mal davon absieht, daß es unser Leben ausmacht.
Ein Thema von Aikido ist es, daß Ki fließen soll, nicht blockiert sein soll.
Im Ki-Aikido gibt es dazu extra Ki-Übungen, zu denen Ingolf etwas sagen kann.
In meiner Aikido Richtung (Aikikai Tokyo), die sich an Endo Seishiro und Christian Tissier orientiert, gibt es so etwas überhaupt nicht. Nach unserem Vertändnis sind es die Aikidotechniken selbst, die das Ki zum Fließen bringen, das schon immer da ist.
(Da du nach torifune gefragt hast, vermute ich mal mutig, daß kein Ki-Aikido machst?)
Wie auch immer: Wenn Ki fließt und nicht blockiert ist, ist das gut. Letztlich sind diese Unterschiede gar nicht so ausschlagebend, denn wie immer man es versteht: Etwas erleben wird man, wenn man immer weiter übt. Garantiert.
Zitat:
Generell hab ich ds Gefühl das ich mit jeder Frage die ich beantwortet bekomme, sich mir 10 neue Fragen stellen.
(erinnert mich an die Hydra)
Ah, Hydra klingt so negativ. Aus den Antworten immer neue Fragen zu bekommen, ist ein ganz wesentliches Element des Lernprozesses im Aikido. Und nicht nur intellektuell, sondern auch ganz körperlich:
Dein Lehrer läßt dich ai hanmi ikkyo omote üben. Sobald du dabei Irgendwann ein einigermaßen gutes Gefühl hast und denkst, du bist dem nahe gekommen, was geübt werden soll, genau in dem Moment zeigt dir dein Lehrer fünf neue Dinge, die du daran üben mußt. Du kannst gar kein ikkyo mehr, fängst - scheinbar - wieder von vorne an. Ob als fünfter Kyu oder als fünfter Dan.
Danke schonmal für die Antwort.
Ist das nicht schön?
Viele Grüße,
Carsten