Ingolf hat geschrieben:
ich schlage vor, dass ihr ihn selbst fragt, wenn euch das so interessiert.
Naja, du hast es doch aber hier eingebracht? Drum bin ich an deinen Antworten interessiert. Und Yoshigasaki selbst werde ich schlicht nicht treffen.
Zitat:
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Was genau meint denn das? Gibt es dann also überhaupt gar keine Anhaltspunkte mehr, keinerlei Kriterien oder Inhalte, an denen sich die Entwicklung eines so verstandenen doshu orientiert?
ich hätte da nur eine idee: ...
hm, wenn du es auf diese Weise beschreibst, dann seh ich allerdings keine wirklichen Unterschiede mehr zu dem, was "bei uns" eigentlich von jedem Lehrer ab einem gewissen Stadium erwartet wird?
Eine selbständige, freie Entwicklung wird doch vorausgesetzt. Rein technisch betrachtet ist das einer der Gründe, warum nur bis zum vierten dan geprüft wird: Bis dahin sind die Basistechniken zu zeigen. Danach sollte eine eigenständige Entwicklung beginnen und ist Technik nicht mehr "prüfbar" in einem objektiven Sinne. Wenn man z.B. Tissier oder Endo oder Asai oder Tamura oder Tada anschaut, dann sieht man, wohin das gehen kann.
Und auch was das Verständnis von Aikido angeht, entwickelt doch jeder Lehrer etwas ganz Eigenes? Das fängt ja bei mir schon an, wenn ich meinen Glauben, die shinto Elemente des Aikido, die daoistischen Aspekte undsoweiterunsofort in mir zu integrieren versuche ...
Für Tissier und Endo jedenfalls kann ich das ohne Abstriche so sagen. Gerade in der Traditionslinie, die sich an Yamaguchi orientiert, wird eine selbständige Entwicklung ausdrücklich erwartet. Und findet statt. Aber genauso letztlich bei allen anderen Lehrern ja auch. Und "Vorschriften" welcher Art auch immer, sind mir keine bekannt.
Was es "bei uns" wohl allerdings weniger bzw. in dieser Form wohl gar nicht gibt, ist das (Um-)Gestalten des Aikido aufgrund von theoretischen Erwägungen oder das Ausrichten der Formen philosophischen Konzepten.
Zitat:
das system zu überarbeiten heisst, den weg zu leben. es geht beim bewahren des weges möglicherweise also darum, was ziemlich altes zu bewahren: nämlich den weg. aufpassen dass er nicht zu einer holen phrase wird und stirbt.
Ich bleibe bei meiner Frage: Was ist denn dieser "Weg"? Du benutzt diese Vokabel so, als ob das relativ klar umrissen wäre. Oder überneinstimmend geklärt. Oder objektiv zu bestimmen. Um welchen Weg geht es denn dabei?
Ist dieser "der Weg" etwas, das einer für andere bewahren, bereithalten, zur Verfügung stellen kann?
Oder ist "der Weg" nicht etwas, das jede und jeder für sich selber gehen muß?
Allein, wenn ich an die Vokabel für sich genommen denke: Dieser Begriff kommt vor in budo, shinto, katori shinto ryu, aikido, ki-aikido, taido (eine andere Form der Verbindung von Tempukai, also Yoga und Aikiodo), shodokan, zendo, karatedo, chado, kashima shinto ryu, ...
Wie kommt es, daß du diese Vokabel so ungezwungen benutzt? Ist für dich/euch so klar, was das ist, "der Weg"?
Grüße,
Carsten