Moin
Zeno Gantner hat geschrieben:
Soweit ich das weiß -- und ich habe mich, teilweise aus beruflichen, teilweise aus privatem Interesse, viel mit Wissenschaftstheorie und dem Feststellen+Nachweisen von Kausalitäten in unserer Welt beschäftigt -- gibt es keine einzige methodisch saubere Studie, die eine Wirkung von Homöopathie (über den Placebo-Effekt hinausgehend) belegt.
Ganz abgesehen davon, dass es weder eine plausible Erklärung für eine potentielle Wirkung gibt, noch überhaupt eine einheitliche Theorie der Homöopathie gibt.
Homöopathie ist eine Pseudowissenschaft.
Ich habe mich nur mathematisch und aus der Sicht der Chemie damit beschäftigt, auf dem Niveau von Leistungskursen an der Schule. Lange her.
Aus der Sicht des "Verbrauchers" scheint mir die Wissenschaftlichkeit aber uninteressant:
Bestimmte homöopathische Verfahren helfen schlicht und einfach zuverlässig. Das beweißt gar nix, und schließt einen Placeboeffekt übehaupt nicht aus.
Aber gerade in der Therapie verschiedener Probleme bei Babys und Kleinkindern gibt es halt keine Möglichkeiten der Schulmedizin, wohingegen die Mütter und Väter erfolgreich die immer gleichen Kügelchen verabreichen.
Der wissenschaftstheoretische Rahmen (und glaub mir, der ist mir ansonsten ganz und gar nicht schnuppe, wenn es zum Beispiel um Exegese oder Hermeneutik geht) ist da unerheblich. Solange der lebenspraktische Erfolg sicher vorauszusagen ist.
Der Theologe Klaus Berger hat in seiner "Hermeneutik des Neuen Testamentes" Wahrheit gebunden an gelingendes Leben, Applizierbarkeit und Konsensmodelle. An Lebenspraxis. ...
Zitat:
Eine Uni-Klinik verwendet wirksame Methoden - wie effizient sie das tut, ist eine andere Frage.
Genau das meine ich nicht!!!
Es scheint nur so, als verwende sie wirksame Methoden. Das genau das nicht der Fall ist, ist eine der Hauperkenntnisse meiner Arbeit dort.
Ob Onkologie, Transplantationsmedizin, Hämatologie, ... : Es ist ein einziges Ausprobieren, Raten und Vermuten. Nach meiner Erfahrung (und subjektiven Schätzung) sind 50% der Heilerfolge schlicht "zufällig".
Ein Chefarzt oder Professor weiß häufig nicht präziser, was er da gerade tut, als ein Homöopath. Er hat nur mehr Informationen.
blubbb
Daß es wirksame Methoden gäbe, ist sehr häufig ein Trugbild. Und das ist unter den Medizinern selber, jedenfalls unter denen, die ich persönlich kenne, auch nicht unumstritten.
Man weiß einfach das allermeiste eben nicht.
Grüße von Carsten,
der eigentlich gar nicht so medizinkritisch ist, aber ihre - methodischen und systemischen (System Medizin, nicht System Gesundheitswesen) - Grenzen erlebt hat und begleiten mußte.