Hi,
ich habe mich gerade neu im Forum registriert und wollte mich kurz vorstellen. Ich heiße Jutta, bin 38 Jahre alt und lebe in Münster. Nach langem Zögern habe ich letzten Donnerstag endlich meinen inneren Schweinehund überwunden und bin zum ersten Mal beim Aikido-Training gewesen. Es hat mir gut gefallen und ich denke, dass ich dabeibleiben werde. (Ich habe die Möglichkeit zu einem kostenlosen Probemonat und die endgültige Entscheidung werde ich erst danach treffen, aber im Moment bin ich ziemlich begeistert).
Ich habe früher (in prähistorischen Zeiten sozusagen) mal Goju Ryu Karatedo betrieben. Allerdings nur für ein paar Monate, während eines USA-Aufenthalts. Das war in einem ganz kleinen Dojo bei einem Sensei, der seine Sacher sehr ernst genommen hat und mir weit mehr mit auf den Weg gegeben hat als bloße Techniken und Übungsformen. Der war mein ganz persönlicher Mr Myagi

Ich hatte den festen Vorsatz, das in Deutschland weiter zu machen, aber bei uns in der Gegend (damals hab ich noch in Mönchengladbach gewohnt), gab es irgendwie nur sehr sportlich orientiertes Shotokan Karate im Verein, und das war weder vom Stil noch von der Atmosphäre her was ich wollte.
An der Uni habe ich dann Shaolin Kempo ausprobiert, das vom Stil zumindest in eine ähnliche Richtung ging wie das Goju Ryu. Allerdings hat mir das Training nicht so gut gefallen. Das war nur einmal die Woche und nicht besonders kontinuierlich vom Aufbau her, so dass ich jede Woche das Gefühl hatte, wieder mit Null anzufangen. Ich habe dann zeitgleich noch mit Judo angefangen, auch beim Hochschulsport, einfach, um noch einen zweiten Trainingstermin in der Woche zu haben. Allerdings habe ich beides nur ein paar Semester gemacht.
Jetzt war irgendwie so der Punkt erreicht, wo ich das Gefühl hatte, mir wieder etwas suchen zu müssen. Eigentlich wollte ich eher wieder mit Karate anfangen, einfach weil ich mir dachte, das ist vielleicht sinnvoller als etwas völlig neues, aber dann habe ich mich doch etwas weitläufiger umgesehen, was es sonst noch so an Kampfkunst-Angeboten in Münster gibt (und da gibt es einiges) und bin aufs Aikido gestoßen. Das liegt mir von der Philosophie her viel eher, weil ich seit ein paar Jahren ganz intensiv daran arbeite, allen Menschen und Situationen ohne Angst und Aggression zu begegnen und die Dinge entspannt auf mich zukommen zu lassen. Trainingsort und Trainingszeiten liegen für mich auch günstig. Also habe ich mir jetzt den Schubs gegeben, es doch einfach mal zu probieren.
Und wie gesagt, es hat mir gut gefallen. Ich bin freundlich aufgenommen worden, ich habe mich zumindest von der Fitness her nicht überfordert gefühlt (juchhu, eine Kampfkunst ohne Liegestütze im Aufwärmtraining

) und ich habe erfreut festgestellt, dass zumindest die Grundlagen der Fallschule aus dem Judotraining noch da sind. Dass ich irgendwie zu viele linke Hände und Füße (vor allem Füße) hatte und die Techniken eher was von gordischem Knoten als von fernöstlicher Eleganz hatten, ist eine Herausforderung.
Gruß,
Jutta